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DACH+ | Raumentwicklung und Raumbeobachtung

ÖPNV-Erschließungsqualität

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ÖPNV-Erschließungsqualität
Beschreibung

Der Indikator bildet ab, welche Anteile der Siedlungsflächen gut durch den ÖPNV erschlossen sind und somit
die Mobilität der Bewohner auch ohne Nutzung eines PKW sicherstellen.

Ein guter ÖV-Anschluss trägt, zusammen mit flankierenden Massnahmen, zur Erhöhung des ÖV-Anteils am
Modal Split bei. Gleichzeitig wird eine größere Vernetzung mit anderen Zentren geschaffen. Voraussetzung ist
eine gute Erreichbarkeit der Haltestellen. Eine Erreichbarkeitsschwelle von 600 m Luftlinie bedeutet einen
wirklichen Weg von etwa 840 m, dies entspricht 10 Minuten Fußweg. Ein Luftlinienabstand von 1000 m wurde
als eine Entfernung definiert, die bequem mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann. Der Einzugsbereich
einer Haltestelle besteht dann in einem Umkreis mit 600 m sowie 1000 m Radius.

Ein gutes ÖV-Angebot ist Voraussetzung für eine Erhöhung des Anteils öffentlicher Verkehrsmittel am
Modal-Split. Die Datenverfügbarkeit wird kritisch gesehen. Die Datengewinnung könnte in Form eigener
Ermittlungen auf der Basis von Modellrechnungen oder über Befragungen erfolgen.

Messgröße

Anteil (%) der Siedlungsfläche im Einzugsbereich der Bahnhaltepunkte (Radius 600 m und 1000m)

BezugGemeinde
Benötigte Daten
  • Bahnhaltestellen
  • Siedlungsflächen
Verfügbarkeit, Stand der Erfassung und Datenquellen

Eine erste Auswertung dieses Indikators ist bereits möglich. Dabei ist wiederum auf die unterschiedilchen Datengrundlagen bezüglich der Siedlungsflächen hinzuweisen.
Die Informationen zu den Bahnhaltepunkten können für den gesamten Raum aus den Navteq-/DDS-Daten entnommen werden.


© Navigation Technology b.v.NL, PTV AG, DDS GmbH, Karlsruhe 2005 ergänzt durch Reichert und Partner 200X/200X

D:
A:
CH:
FL:
Anmerkungen und Ergänzungen

Eine sinnvolle Ergänzung dieses Indikators ist die Einbeziehung der Bushaltestellen. Da das Busnetz im
DACH+ Raum momentan noch nicht digital vorliegt, ist eine Auswertung bezogen auf die Anbindung per Bus
derzeit noch nicht möglich. Bei der Erhebung dieser Daten ist z.B. in Baden-Württemberg zu berücksichtigen,
dass die Herausgabe der Daten bezüglich der Bushaltestellen an die Zustimmung der Landkreise
gekoppelt ist.

Die Qualität der Erschließung kann außerdem um die Bedienungshäufigkeit der Haltestellen ergänzt werden:
Erforderliche Fahrtakte (z.B. >/= 4 Abfahrten pro h; 5 Bahnpaare täglich, etc.).

Auch bei diesem Indikator lässt sich der ‚technische' Ansatz um einen qualitativen Ansatz ergänzen. Im Rahmen
einer Befragung könnte in Erfahrung gebracht werden, welcher Anteil der Bevölkerung mit dem ÖPNV
Angebot zufrieden ist bzw. es als ausreichend erachtet, weil es ihm a) den Zugang zu allen erwünschten
Aktivitäten ermöglicht oder weil b) alle Aktivitäten auch per Rad oder zu Fuß zu erreichen sind.

Hinweise für die Weiterführung

Die Aussagekraft dieses Indikators wird durch die Einbeziehung der Bushaltestellen sowie der Bedienhäufigkeit
wesentlich erhöht. Eine Weiterentwicklung in diese Richtung hat daher große Priorität.

Referenzen

BMU & UBA 2003; Agenda-Büro Bonn o.J.; DUH 2004; ARE & UVEK 2001;
http://www.statistik.nuernberg.de/stat_inf/MB/mb200307.htm;
Kanton Basel-Land http://www.augusta-raurica.ch/docs/parl-lk/vorlagen/2005/v190/2005-190.pdf

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